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Die wichtigsten Fakten zum Freistellungsauftrag

Was ist ein Freistellungsauftrag?

Zunächst einmal möchten wir erläutern, was unter einem Freistellungsauftrag (FSA) zu verstehen ist bzw. welchem Zweck dieser dient:

Mithilfe eines Freistellungsauftrags haben Privatanleger die Möglichkeit ihre Bank dahingehend zu beauftragen, dass die steuerliche Belastung auf Kapitalerträge, z.B. die Zinserträge einer Geldanlage, bis zu einem bestimmten Betrag verhindert und die Kapitalerträge ohne Abzug einer Abgeltungssteuer ausgegeben werden.

Wer kann von einem Freibetrag profitieren?

Jedem Anleger steht ein Freibetrag in Höhe von 801 Euro zu. Dieser setzt sich zusammen aus dem Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 750 Euro und einer Werbungskostenpauschale von 51 Euro. Bei Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 1.602 Euro. Alle über die jeweilige Grenze hinausgehenden Kapitalerträge unterliegen der sogenannten Abgeltungssteuer. Auf diese Steuer, die 25 Prozent beträgt, wird zusätzlich noch der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben, was in der Summe einen Steuersatz von 26,375 Prozent ergibt.  Hinzu kommt gegebenenfalls noch die Kirchensteuer.

Was passiert, wenn kein Freistellungsauftrag erteilt wird?

Wenn Sie keinen Freistellungsauftrag erteilt haben, wird die Abgeltungssteuer von der Bank einbehalten und anschließend an die Finanzbehörden überwiesen. Durch die Abgeltungssteuer ist die Pflicht zur Versteuerung der Einnahmen "abgegolten".

Bis wann sollte der Freistellungsauftrag angeordnet werden?

Ein Freistellungsauftrag sollte spätestens bis zum Jahresende bei der Bank, Sparkasse, Bausparkasse oder Versicherung in Deutschland eingereicht werden. Am einfachsten ist es jedoch den Freistellungsauftrag gleich bei der Eröffnung des Kontos oder Depots einzureichen. So kann man die Erteilung nicht mehr vergessen. 

Wie lange ist ein Freistellungsauftrag gültig?

Die Gültigkeit des Freistellungsauftrages besteht jeweils vom 1. Januar eines laufenden Jahres bis zum Jahresende, kann aber auch unbegrenzt gestellt werden. Hierbei können bei Bedarf jederzeit Änderungen vorgenommen werden. Dies kann beispielsweise von Interesse sein, wenn sich die Familiensituation oder Anzahl der Konten ändert. 

Was passiert, wenn ich den Freistellungsauftrag zu spät einreiche?

Reicht man seinen Freistellungsauftrag zu spät ein, können die vorherige Steuerüberzahlung bei der Steuererklärung zurückgefordert werden. Dann ist die Abgabe der Einkommensteuererklärung mit ausgefüllter Anlage KAP zu empfehlen. Sie erklären dort alle erzielten Kapitalerträge und erhalten dann die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurück. Der einzige Nachteil, der Ihnen dadurch entsteht, ist der Mehraufwand für die Abgabe einer Steuererklärung und die Wartezeit bis die Steuerrückerstattung ausgezahlt wird.

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